Mit einem Besuch im  neuen Gebetshaus der Jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen startete der Presseclub Ruhr-Emscher am 3. Januar das Jahresprogramm 2009. Den interessierten Gästen vermittelte  Gerd Liedtke, Vorsitzender des in 2003 gegründeten „Freundeskreis Bochumer Synagoge“,  tiefe Eindrücke zur Geschichte und Glaubenslehre der Juden in Bochum und Umgebung. Die Gemeinde zählt heute übFoto: Bertold Fernkorner 1 000 Mitglieder. Vor der Einweihung der neuen Synagoge im Dezember 2007 stand ihr nur ein Gebetssaal in der Bochumer City zur Verfügung.
Kenntnisreich und sachkundig erläuterte Liedtke den Journalisten nicht nur die Architektur des Gebäudes neben dem Planetarium. Zu Shabbat, der am Freitagabend beginnt, Foto: Bertold Fernkornund  mehr noch am Samstag versammelt sich dort die jüdischer Gemeinde zum Gebet.  Dabei wird aus der Thora (Torah) vorgelesen, der jüdischen Glaubenslehre aus den fünf Büchern Moses.
In seinem Vortrag machte Liedtke die Besucher auch mit wichtigen Begriffen vertraut: Menorah ist der siebenarmige Leuchter, Mesusah die Schriftkapsel am         Türpfosten im Eingang zum Gebetsaal, der über 300 Sitzplätze hat.. Kippah ist das      Käppchen , das dort die Männer tragen. Mit „koscher“ wird das rituelle Essen bezeichnet, das z. B. samstags nach dem Gottesdienst in der Synagoge                   stattfindet.1932 hatte die jüdische Gemeinde Bochum 1 152 Mitglieder. Deren Synagoge an der Wilhelmstraße (heute Huestraße) wurde 1933 durch Nazi-Willkür und  Brandschatzung zerstört. Nach Verfolgung und dem Massenmord in der  Kriegszeitlebten im Jahre 1946 nur noch 36 Juden in Bochum. Wie Liedtke weiter berichtete, schlossen sich 1953 die jüdischen Gemeinden von Bochum,Herne und   Foto: Bertold Fernkorn   Hattingen zusammen.Seit 1990 wuchs die Gemeinde vor allem durch Zuwanderung  aus der ehemaligen Sowjetunion. In der neuen Synagoge finden nicht nur religiöse Veranstaltungen statt. Das Gotteshaus ist auch ein Ort für Weiterbildung, Erziehung und Kultur. Auch treffen sich hier Kinder und Jugendliche z. B. zu Sportveranstaltungen.Der Freundeskreis Bochumer Synagoge unterstützt die Jüdische Gemeinde weiterhin bei der Baufinanzierung, die noch nicht abgeschlossen ist.

Der Presseclub Ruhr-Emscher sagt Dankeschön


Fotos: Bertold Ferkorn
Text: Rudi Kellerhoff
                                                                                                                  

Besuch der neuen Synagoge in Bochum